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Über den Künstler

Boris Berghammer wurde 1969 in Salzburg geboren und studierte Mitte der 90er Jahre an der Kunsthochschule Linz einige Jahre experimentelle Grafik, Fotografie und Film, bevor er sich in Wien als Mediengestalter einen Namen machen konnte. Nach der Jahrtausendwende begann er, motiviert durch die neuen digitalen Möglichkeiten, sich der Fotografie zuzuwenden und eine eigene Handschrift zu entwickeln.

Seit 2008 entstanden daraus bislang sechs Fotobücher, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln im Wesentlichen mit den Kernfragen der menschlichen Existenz beschäftigen: Wer sind wir und was treibt uns an?

Boris Berghammer stellt sich und anderen diese Fragen immer wieder aufs Neue, beobachtet, zeichnet auf und interpretiert. Letztlich zeigt sich, dass in den Bergen des Himalaya die gleichen Fragen gestellt werden wie in den Großstädten des Westens. Berghammer gibt darauf bewusst keine konkreten Antworten, sondern lädt den Betrachter ein, seine ganz eigenen Schlüsse daraus zu ziehen.

Boris Berghammer lebt und arbeitet seit einigen Jahren vorwiegend in Berlin. Sein aktuelles Buch Körpertraum zeigt Arbeiten aus dem Zeitraum von 2013 bis 2018, die im Kern seine Wahrheit traum-hafter Schönheit zeigen.

Über die Stilistik

Boris Berghammers Kunst ist keine klassische Portraitfotografie. In einem stichwortartigen Drehbuch werden zunächst Erzählungsfragmente festgehalten, die als Basis einer freien Interpretation während des Fotografierens dienen. Die so entstehenden Aufnahmen fangen die Energie und Atmosphäre eines Augenblickes ein, stellen aber noch nicht das fertige Bild dar. Dieses entsteht anschließend im digitalen Atelier, unter Anwendung expressionistischer Techniken, die der Verdichtung dienen. Auf diese Art entsteht die Welt des Traumes vor den Augen des Künstlers in drei Schritten.

Das Ergebnis sind Bilder, die Grenzen überschreiten. Inhaltlich jene zwischen Wachen und Träumen; thematisch jene zwischen Bewusstsein und Unterbewusstem; und formal jene zwischen den bislang getrennten Medien des Erzählens, der Fotografie und der Malerei. Im Traum gibt es keine Regeln.

Über das aktuelle Projekt Körpertraum

Im Traum sind wir all das, was wir sein wollen oder fürchten müssen. Wir formen darin unsere Welt und unsere Körper, grenzenlos. Schlaftraum, Tagtraum, Körpertraum und Alb. Wann sind wir näher an uns selbst? Wo sind mehr in dem Reich, in welchem wir wahrhaftig sind?

Der in Berlin lebende Fotokünstler Boris Berghammer zeigt unter seinem Alter Ego picturebob im Fotoband Körpertraum jenes Reich in all seinen Facetten, das wir so intensiv lieben, fürchten, ersehnen oder verleugnen.

Dieser Blick hinter die Fassade des Alltags offenbart Menschen, die sich nahe sind. Die eingebettet sind in ihre individuelle Welt des Begehrens und des Schmerzes, des Aufblühens und Vergehens. Bewohner, aber niemals Gefangene ihrer Traumwelten.

Boris Berghammer fungiert hier als der aufmerksame Chronist einer verborgenen Welt. Dabei werden die dargestellten Personen immer ernst und wichtig genommen. Berghammer wertet nicht, sondern blickt vielmehr fasziniert in die sich auftuenden Traumwelten und die vielfältige Schönheit menschlicher Existenz.

Der Betrachter ist eingeladen, mit einzutauchen in diese Welten, und ihren Geschichten zu lauschen.